Ratgeber Depressionen

Informationen und Tipps zu Depressionen

Verfahren, die zur Behandlung von Depressionen speziell entwickelt wurden

Zu den Richtlinienverfahren gehören ebenso folgende Verfahren aus der Tiefenpsychologie und Verhaltenstherapie: die kognitive Umstrukturierung und die interpersonelle Psychotherapie

Kognitive Umstrukturierung

Depressive Menschen bekommen oft zu hören, dass sie einfach einmal positiv denken sollten. Das hört sich einfach an, ist für einen depressiven Menschen aber nicht umsetzbar. Denn die Gedankengänge sind derart verändert, dass eine solche Affirmation einfach nicht ankommen kann. Nur negative Gedanken haben sich im Hirn des Erkrankten festgesetzt, auch wenn er es selbst möchte und versucht, einfaches positives Denken ist unmöglich.

Eine so genannte kognitive Umstrukturierung zählt zu den verhaltenstherapeutischen Verfahren und stammt von Beck. Dabei geht es in der Therapie vorwiegend um das Ändern der Denkweise des Patienten, nicht um seine aktive Teilnahme an der Behandlung. Der Patient lernt quasi, wieder anders zu denken, indem er alle seine negativen Gedanken entsprechend aufschreibt und versucht zu korrigieren. Das wird mittels eines täglich erstellten Protokolls vorgenommen, der Erkrankte notiert sämtliche Situationen und Gefühle sowie Gedanken und liest sich die Aufzeichnungen auch stets durch. Der Effekt der Behandlung sollte die Selbsterkenntnis sein, das da etwas sehr falsch läuft. Mit gezielten Fragen des Therapeuten wird dem Patienten ermöglicht, seine Ist-Situation zu erfassen und die Fehler zu korrigieren beziehungsweise nach Alternativen zu suchen.

Nicht das positive Denken steht im Vordergrund, es geht vielmehr darum, die Denkweise derart zu "programmieren", dass auch Krisensituationen gut bewältigt werden können. Dafür gibt es spezielle Tests, man nennt sie Realitätstests, zur Überprüfung der Gedankengänge in Krisensituationen. Dieses Testen findet normalerweise in der letzten Therapiephase statt. Nach mindestens 20 bis maximal 45 Therapiesitzungen ist die Behandlung durch die kognitive Umstrukturierung abgeschlossen.

Interpersonelle Psychotherapie

Entwickelt wurde die interpersonelle Therapie von Weissmann und Klermann. Nach Beobachtungen von Patienten wurde festgestellt, dass sich eine Depression sehr oft nach dem Verlust eines wichtigen Menschen oder auch bei zwischenmenschlichen Problemen einstellt. Die Therapie zielt auf ein besseres Zurechtkommen des Erkrankten mit seinem Umfeld (andere Menschen allgemein). Es steht keine Veränderung der Persönlichkeit des Patienten im Vordergrund, sondern die positivere Bewältigung einer bestehenden, derzeitigen Lebenssituation.

Vordringlich geht es um zwischenmenschliche Probleme, eventuelle Veränderungen der sozialen Beziehungen, Konflikte und Schwierigkeiten zwischenmenschlicher Natur und nicht verarbeitete Verluste.

Eine interpersonelle Psychotherapie kann einige wenige Stunden umfassen aber auch bis zu 40 Sitzungen ausmachen. Die Strukturierung der Behandlung ist klar definiert und der zeitliche Rahmen wird vorab festgelegt. Um die Therapie erfolgreich gestalten zu können, erfordert es aktive Teilnahme des Patienten, er muss alle ihn betreffenden Informationen an den Therapeuten weitergeben. Weiters sind die genau formulierten Ziele wichtiger Bestandteil der Behandlung. Diese Therapieform ist noch relativ jung, doch Untersuchungen zeigen gute Ergebnisse und eine andauernde Wirkung auch nach der Depression.

Tipps: Apotheke