Ratgeber Depressionen

Informationen und Tipps zu Depressionen

Formen der Depression bei der Frau

Es ist erwiesen, dass Frauen essentiell öfter zu Depressionen neigen als Männer. In der Tat haben Frauen doppelt so oft Depressionen wie Männer. Eine von vier Frauen bekommt eine Depression, während bei den Männern nur jeder achte unter diesem Krankheitsbild leidet. Dies spiegelt sich auch in der Selbstmordrate zwischen Frauen und Männern aufgrund von Depressionen wieder. Die Quote des Selbstmordes bei Frauen liegt bis zu 50% höher als bei vor allen Dingen älteren Männern.

Warum Frauen viel stärker unter Depressionen leiden als Männer ist noch nicht geklärt. Es wurde allerdings entdeckt, dass gerade Frauen, die in die Wechseljahre kommen, depressiv werden. Aber auch, wenn sie ihre Periode bekommen, klagen viele Frauen über Depressionen. Andererseits unterliegen einige Frauen einer Wochenbettdepression.

Ursache für die vorgenannten Auslöser von Depressionen ist die Hormonumstellung im Körper. Dies wurde wissenschaftlich erwiesen. Jedoch wich man bei weiteren Forschungen wieder von dieser These ab, denn können weibliche Hormone wirklich Depressionen verursachen? Nur wenige Frauen bekommen in den genannten Situationen eine Depression. Sollte es jedoch wirklich an den Hormonen liegen, müsste eigentlich jede Frau depressiv werden. Außerdem haben Tests ergeben, dass es keine schwerwiegenden Unterschiede zwischen den Frauen gibt, die unter einer Depressionen leiden oder denjenigen, die keinem depressiven Einfluss unterliegen.

Erst in jüngster Vergangenheit wurde erforscht, dass das Gehirn mit Hilfe der so genannten Neurotransmitter den Hormonen unterschiedlich begegnet, die durch Stress oder Sexualität ausgelöst werden. Außerdem kann eine beträchtlichere Vulnerabilität/Anfälligkeit für weibliche Depressionen existieren. Hinzu kommt, dass wahrscheinlich der differenzierte Stoffwechsel des Gehirns einen wesentlichen Anteil auf die Entstehung und den Verlauf der Krankheit zu haben scheint. Ein nicht unmaßgeblicher Auslöser kann die Reaktion, die genetisch begründet ist, auf Stress sein. Beobachtungen zufolge leiden Frauen unter Angst, zu erkranken, und diese fördert die Depression. Männer tendieren dagegen zu einer Abhängigkeit oder zeigen ein anderes auffälliges Verhalten.

So spielt der soziale Status einer Frau in der Gesellschaft eine weitreichende, bedeutende Rolle. Es wurde festgestellt, dass berufstätige Frauen wesentlich seltener an Depressionen leiden als Frauen, die sich lediglich für Haushalt und Kinder kümmerten. Hausfrauen oder auch nicht mehr berufstätige Frauen können sich nicht mehr mit dem eigenen Ich, nämlich der Karrierefrau, identifizieren und geraten auf diesem Weg in eine tiefe Auseinandersetzung mit sich selbst. Außerdem lösen bei Frauen Diskriminierung und Armut, aber auch Arbeitslosigkeit und Gewalt, gleich welcher Natur, ein hohes Maß an Empfindungen hervor. Zusätzlich sind gerade bei den Frauen diese Faktoren der Auslöser und kommen entschieden häufiger vor als bei Männern.

Auslöser von Depressionen bei Frauen

Die Pubertät als Depressionsauslöser

Jeder Mensch macht sie durch: die Pubertät. Sowohl Mädchen als auch Jungen sind davon betroffen. Jedoch ist der Unterschied, dass Mädchen ab ihrem 11. Lebensjahr doppelt so hoch unter einer Depression als Folge der eintretenden Pubertät erkranken können wie Jungen. Verstärkte Weinerlichkeit bei Mädchen, abgewechselt mit aggressivem Verhalten können Hinweise auf eine Depression sein. Bei Jungen hingegen wird die Verhaltensweise anders zum Ausdruck gebracht. So wurde verstärkt beobachtet, dass Jungen eher zu einem gewalttätigen Potenzial neigen.

Depressionen und PMS - PDS

Für Männer nicht nachvollziehbar, aber für Frauen oft schreckliche Realität: Das prämenstruelle Syndrom. Diese Form von Syndrom ist nicht nur körperlich spürbar, sondern auch psychisch. Die Frauen sind unausgeglichen und nervös, können aber auch traurig sein und in sich gekehrt.

Die Wechseljahre und Depressionen

Die Wechseljahre oder auch Klimakterium genannt, bekommen die meisten Frauen ab ihrem 40. Lebensjahr. Sie verlieren kontinuierlich ihre Fruchtbarkeit und das kann bis zu 20 Jahre dauern. In der heutigen Zeit treten die Wechseljahre verstärkt später auf als dies noch im vergangenen Jahrhundert der Fall war. Auslöser der Wechseljahre ist das Einstellen der Hormonproduktion. Vor allem das weibliche Hormon Östrogen wird nicht mehr vom Körper hergestellt. Dadurch gerät der ganze hormonelle Haushalt der Frau in Ungleichgewicht. Dies macht sich auch seelisch bemerkbar.

Depressionen im Wochenbett - Depression postpartale

Als Reaktion auf die nicht geringe Belastung emotionaler Art reagieren viele Frauen nach der Geburt ihres Kindes mit der so genannten Wochenbettdepression. Diese Form von Depression wird begleitet mit einer tiefen Schwermut. Eigentlich sollte doch Freude über den neuen Erdenbürger herrschen. Solch eine Wochenbettdepression darf auf keinen Fall unbehandelt bleiben. Da die Hormonproduktion während der Gravidität anders aufgeteilt ist, tritt nach Beendigung der Schwangerschaft wieder der Ist-Zustand im menschlichen Körper auf. Dies kann zu Stimmungsschwankungen bis hin zu einer Depression führen.

Babyblues

Viele Mütter kennen den so genannten Babyblues. Etwa 50 bis 70% der jungen Mütter leiden darunter. Sie verändern meist am 3. oder 4. Tag nach der Geburt ihre Stimmung. Sie klagen über Traurigkeit und Unruhe, fühlen sich meist leer und müssen ständig weinen. Andere Frauen werden depressiv und stehen immer kurz vor einem Weinkrampf. Dieser Zustand der Frau lässt sich durch das Einpendeln der Hormone erklären.

Tipps: women-eu.de