Ratgeber Depressionen

Informationen und Tipps zu Depressionen

Wenn die Eltern depressiv werden

Für Erwachsene ist es meistens sehr schwierig zu akzeptieren, wenn die eigenen Eltern an einer Depressionen zu leiden beginnen und sogar eine Therapie in Anspruch nehmen müssen. Dies ist allerdings nichts im Vergleich dazu, was man leisten muss, um die eigenen Eltern von einer solchen Therapie zu überzeugen.

Probleme auf Seiten der Eltern

Bei den Eltern sind Depressionen meistens gar nicht so offen zu durchschauen und zu erkennen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn sie im Vorhinein einen Schicksalsschlag, wie zum Beispiel den Tod eines geliebten Menschen, erleiden mussten. Meistens gehen sie davon aus, dass es völlig normal ist, wenn sie in einem solchen Fall für einen längeren Zeitraum deprimiert sind. Natürlich fühlen sie sich alleine und ihr Leben scheint in den ersten Wochen auch für sie gar nicht mehr lebenswert zu sein. Schwächen in der Konzentration und häufige Vergesslichkeit sehen sie meist als ein Problem ihres Alters an und nicht als das einer Krankheit.

Oft sind es aber auch latente, also versteckte, Ängste, die sich in ihnen breit machen und sie daran hindern, sich professionelle Hilfe zu holen. Sie möchten in ihrer Umgebung nicht als "verrückt" gelten. Außerdem ist es häufig zu beobachten, dass Eltern große Probleme damit haben, mit ihren Kindern über ihre wahren Gefühle zu sprechen. Sie möchten sich vor ihnen nicht als schwach outen. Zwar sprechen sie über ihre physischen Probleme, nicht jedoch über die seelischen Probleme - die sie im Endeffekt jedoch übermannen. Selbst einem erfahrenen Arzt berichten sie nichts über ihr Seelenleben. Oftmals ist es evident, das die Eltern gegenüber ihren Kindern die Symptome einer Depression herunterspielen, weil sie vor ihnen starke Person gelten möchten.

Schwierigkeiten auf Seiten der Kinder

Sind die Eltern an einer Depression erkrankt, so gibt es für die Kinder viele Schwierigkeiten zu überwinden. So erkennen viele Kinder den wahren Grund der Depressionen nicht, sondern führen sie zum Beispiel auf das fortgeschrittene Alter zurück. Durch diese Maßnahme bleibt den Kindern der wahre Grund der Depressionen oftmals verborgen. Außerdem haben viele Kinder oft das Problem, nun die Eltern trösten und ihnen helfen zu müssen, weil dies in ihrem bisherigen Leben stets umgekehrt der Fall gewesen ist.

Manchmal allerdings projizieren die Kinder die schlechte Stimmung der Eltern auf sich selbst, so dass sie sich bei einer Depression der Eltern selbst Schuldgefühle einreden. Objektiv gesehen ist dies natürlich meistens ohne jegliche Grundlage, so dass diese Schuldgefühle bei den Kindern unbegründet entstanden sind. Die Kinder müssen in einem solchen Fall ihrerseits dann enorm aufpassen, dass sie nicht selber in eine Depression verfallen, weil sie in sich den wahren Grund der elterlichen Depressionen sehen. Alle diese Klippen müssen die Kinder umschiffen, wenn sie ihren Eltern aus einer Depression heraus helfen wollen.

Was können Kinder unternehmen?

Die Kinder von depressiven Eltern sollten sich bewusst machen, dass eine Depression eine Krankheit ist. Und diese Krankheit kann mit der professionellen Hilfe eines Arztes geheilt werden. Die Kinder müssen alles daran setzen, dass ihre Eltern mit den Kindern zusammen zu einem solchen Arzt gehen und die Lage mit ihm besprechen.