Ratgeber Depressionen

Informationen und Tipps zu Depressionen

Therapieformen

Für die Behandlung von Depressionen gibt es viele verschiedene Therapieformen, die teilweise gänzlich anderen Ansätzen folgen.

Das Gespräch als Form der Therapie

Ein einfaches Gespräch kann bereits als Therapie angesehen werden, vor allem, wenn dieses Gespräch mit einem fachkundigen Arzt, Psychiater oder einem Psychotherapeuten durchgeführt wird. In einem solchen Fall fühlt sich der Patient in der Regel das erste Mal richtig verstanden und nicht als "dumm", "kindisch" oder "psychisch krank" abgestempelt. Der entsprechende Arzt kann mit einem einfachen Gespräch eine Art Ventil beim jeweiligen Patienten lösen, das zunächst einmal dazu beiträgt, einen innerlichen Druck zu lösen, der sich zum Teil über Jahre aufgestaut haben mag. Dies schafft dem betroffenen Menschen eine enorme Entlastung auf der einen Seite. Auf der anderen Seite erfährt der Arzt über dieses Gespräch sehr viel über den Patienten, so dass er eine möglicherweise anschließende Therapie einleiten kann, die genau nach den Bedürfnissen des jeweiligen Patienten gestaltet wird - sei es erneut durch Gespräche oder aber auch durch Medikamente oder andere Formen der Therapie.

Die Psychotherapie

Bei der Psychotherapie geht ist in erster Linie um Handlungen, Gespräche und die Beziehung zwischen dem Arzt beziehungsweise dem Therapeuten und dem Patienten. Solche Therapien können sich unter Umständen sehr stark voneinander unterscheiden. Je nachdem, wo der Fokus des Arztes liegt kann sie Elemente von Überzeugung, Beeinflussung, Ratschläge, sowie bestimmte Verhaltens-, Erlebens- und Denkweisen enthalten. Der Kern der Therapie ist dahingehend festzustellen, dass dem Patienten Einblicke und Erkenntnisse in die ganz eigene und persönliche Biographie gewährt werden, die es ihm letzten Endes erlauben werden, obsolete Konflikte und Probleme selber zu erkennen und lösen zu können.

Kann Sport als Therapie bei Depressionen hilfreich sein?

Er kann! Ganz besonders nach großen sportlichen Ereignissen schüttet der Körper das so genannte Glückshormon aus. Im Fachjargon heißt es auch "Endorphin". Dieser körpereigene Botenstoff ist ähnlich dem Morphium und hebt die Stimmung ungemein an. Als Auswirkung dieser Ausschüttung spürt man ein wohliges Gefühl der Entspannung in den zuvor so beanspruchten Muskeln. Man fühlt sich wohl, weil man weiß, dass man etwas geleistet hat. So ist man stolz auf seine Leistung und fühlt sich glücklich.

Kann Licht bei einer Depression helfen?

Die so genannte Lichttherapie kann einigen an Depression erkrankten Menschen in der Tat helfen. Der Patient sitzt vor einer speziellen Lichtquelle und blickt hinein. Durch die Helligkeit werden Rezeptoren auf der Netzhaut der Augen stimuliert, die dann wiederum Glücksgefühle durch die Ausschüttung von Botenstoffen und Hormonen auslösen können.

Wie kann Magnetismus bei Depressionen helfen?

Ganz ist sich die Wissenschaft noch nicht einig, aber in einigen Fällen hat es den Patienten bei einer Depression geholfen, wenn die linke Gehirnhälfte einem relativ starken Magnetfeld ausgesetzt worden ist. Über die Gründe und Ursachen dieser zunächst positiven Erscheinungen finden zurzeit einige Forschungen statt, die etwas Licht ins Dunkel bringen sollen.

Die Vagusnerv-Stimulation

Die Stimulation des Vagusnervs hat seine Wurzeln in der Behandlung von Epilepsie. Man kann ihn stimulieren, indem man einen ungefähr drei Zentimeter großen Schrittmacher unter das Schlüsselbein verpflanzt. Dieser stimuliert dann den so genannten Vagusnerv. Dies ist ein Nerv, der zum Gehirn hinführt und zentrale Funktionen des Körpers, wie zum Beispiel das Schlagen des Herzens, steuert. Der Schrittmacher ist über ein sehr kleines Kabel mit dem Nerv verbunden.

Die Elektrokrampftherapie

Die so genannte "Elektrokrampftherapie" hat in der öffentlichen Meinung einen sehr schlechten Ruf. Diesen bekam es in den fünfziger Jahren, also in der Anfangsphase dieser Methode. Viele Kliniken und Krankenhäuser verzichten in der heutigen Zeit auf diese Form der Therapie von Depressionen aufgrund der negativen Meinung der breiten Masse. Allerdings ist dies ein großer Fehler, da die schwerste Form der Depression, die anders nicht heilbar ist, nur mit dieser Methode behandelbar ist.

Tiefenpsychologische Verfahren zur Behandlung von Depressionen

Diese Methode ist unter anderem eng verwoben mit den Namen Sigmund Freud, der die Psychoanalyse entwickelte, und dem analytischen Psychologen C. J. Jung. Die gängigsten Verfahren sind in diesem Bereich die tiefenpsychologische Kurzzeittherapie, die tiefenpsychologische Psychotherapie und die tiefenpsychologische Gruppentherapie.

Die Verhaltenstherapie als Behandlungsmethode gegen Depressionen

Diese Behandlungsmethode gegen Depressionen beruhte in ihren Anfängen lediglich auf den Pfeilern der Klassischen Konditionierung. Man versuchte also, alleine durch die Mittel der Bestrafung und Belohnung eine Veränderung des Verhaltens des Patienten zu bewirken. Heutzutage wird die ganz eigene und persönliche Biographie eines Patienten mit berücksichtigt. Somit ist selbstverständlich ein viel differenzierteres Bild des zu Behandelnden möglich. Auf dieses Bild wird im weiteren Verlauf immer wieder zurückgegriffen. So ist jede Therapie im Grunde genommen ein Unikat.

Der Schlafentzug oder die "Wachtherapie"

Die Symptome einer Depression können sehr vielschichtig sein. Treten manche Symptome gleichzeitig auf, so kann sich daraus ein Teufelskreis entwickeln, aus dem Patienten ohne professionelle Hilfe eines Psychologen oder eines Psychotherapeuten nicht mehr heraus finden. Dies ist zum Beispiel bei Schlafstörungen der Fall, die die Depression aufgrund des Schlafmangels noch deutlicher hervortreten lassen. Daher reagieren viele Menschen skeptisch, wenn der Arzt einen Schlafentzug als Therapieform vorschlägt und damit ein Symptom im Grunde genommen noch deutlich verstärkt.