Ratgeber Depressionen

Informationen und Tipps zu Depressionen

Wieso ist ein Gespräch wichtig?

Vielen Menschen ist die Möglichkeit, ein richtig gutes Gespräch zu führen, verwehrt, vor allem durch den Mangel an Freunden, Familie oder Bekannten. Aber manchmal kann eine Depression bereits im Keim erstickt werden, wenn man das Gefühl hat, dass es jemanden gibt, der einem zuhört und ernst nimmt. Ein einfaches Gespräch kann in einem solchen Fall als Ventil wirken, um im wahrsten Sinne des Wortes einmal "Dampf ablassen" zu können. Fehlt dieses Ventil, so staut sich in der Regel häufig ein Berg aus Frust, Wut und Aggressionen an. Dies ist der Nährboden für eine handfeste Depression.

Ein solches Gespräch kann aber nicht nur mit Freunden oder der Familie durchgeführt werden, sondern auch in einer Beratungsstelle, mit einem Arzt oder einem Psychotherapeuten beziehungsweise mit einem Psychiater. Auch bei solchen Menschen beziehungsweise Institutionen finden depressive Menschen oftmals Hilfe, in Form von einfachem Zuhören. Dies ist meist der erste Schritt, der nötig ist, um aus dem Loch einer Depression herauszukommen. Daher ist ein Gespräch so wichtig.

Das ärztliche Gespräch wirkt unterstützend

Das Gespräch mit einem Arzt dient in der Regel dazu, dass der Patient endlich einmal alles loswerden kann, was ihn bedrückt. Oberstes Ziel ist nicht die sofortige Heilung der Depression, sondern vielmehr der Beginn eines Verhältnisses vom Patienten zum Arzt und umgekehrt, dass unter anderem durch Vertrauen, Zuverlässigkeit und dem Schaffen einer positiven Atmosphäre gekennzeichnet ist. Der Patient bekommt im Idealfall im Verlauf des Gesprächs immer mehr das Gefühl, dem Arzt alles erzählen zu können, ohne als "dumm", "infantil" oder gar "krank" zu gelten.

Der Patient wird ermutigt, dass er sich traut, dem Arzt seine innersten Gefühle, Empfindungen, Ängste und Sorgen mitzuteilen. Der Arzt wird im positiven Fall geduldig zuhören und seine Schlüsse aus den Berichten des Patienten ziehen. Diese Schlüsse lassen es meistens zu, dass der Arzt eine ganz individuell auf den Patienten und gut abgestimmte Therapie einleiten kann.

Nehmen sich die Ärzte wirklich die nötige Zeit für ein Gespräch mit dem Patienten?

Die Praxis zeigt allerdings, dass die meisten Ärzte sehr wenig Zeit einplanen, um ein solches Gespräch adäquat, aufschlussreich und auch wirklich hilfreich durchzuführen. Dieser Umstand hat seine Gründe natürlich zunächst im stetig wachsenden Zeitdruck der Ärzte. Häufig schreiben sie schnell bestimmte Medikamente auf und hoffen, dass dies ein ausführliches Gespräch ersetzen mag. Doch wie sollte man als Patient reagieren, wenn man merkt, dass der eigene Arzt ein nur sehr unzureichendes oder sogar gar kein wirkliches Gespräch mit einem führt?

Zunächst einmal zählt hier das Sprichwort: "Ehrlichkeit wärt am längsten!" Hat man als Patient eben diesen Eindruck, dann sollte man dem Arzt eben genau dies sagen. Sieht man sich selbst aus irgendwelchen Gründen nicht wirklich in der Lage, ein solches Thema anzusprechen, so kann man einen Bekannten oder Verwandten bitten, dies zu übernehmen. Sollte auch dies nicht zu einem anderen Ergebnis führen, so sollte man letzten Endes einen ganz neuen Arzt aufsuchen, ihn also wechseln.

Das Gespräch mit einem Arzt während einer medikamentösen Behandlung

Vor allem in der ersten Zeit nach dem Beginn der Einnahme neuer Medikamente besteht eine erhöhte Notwendigkeit, mit dem Arzt zu sprechen. Nur so kann dieser nämlich herausfinden, ob der Körper mit den verschriebenen Medikamenten gut klar kommt oder eben nicht. Ist Letzteres der Fall, so wird der Arzt die nötigen Maßnahmen ergreifen, die Medikamente also umstellen. Aber auch danach, sollten immer wieder Gespräche geführt werden, um dem Patienten die eventuellen Nebenwirkungen zu erläutern und ihm zu helfen, mit ihnen im Alltag umzugehen. Der Arzt hat in dieser Phase die Aufgabe, den Patienten zu stabilisieren und ihm Wege zu zeigen, die zusätzlich zu den eingenommenen Medikamenten beschritten werden können.